Kategorie: Gesunder Schlaf

Nackt schlafen: Die Lösung gegen nächtliches Schwitzen?

Die Bettdecke liegt längst am Fußende, das Kissen wurde bereits zweimal auf die vermeintlich kühlere Seite gedreht und der Pyjama klebt am Körper. In solchen Nächten liegt die Frage nahe: Warum nicht einfach nackt schlafen? Vielleicht hilft ja das!

Vielleicht liegt es aber auch gar nicht am Schlafanzug. Denn ob es sich im Bett angenehm anfühlt, hängt von mehr ab als davon, was man nachts trägt (oder eben nicht). Die Bettwäsche spielt eine Rolle, genauso wie die Bettdecke, das Kissen und die Matratze.

Was sagt die Schlafforschung zum Thema Nacktschlafen?

Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schlafen am liebsten nackt. Damit gehören sie hierzulande zur Minderheit. Zum Nacktschlafen selbst gibt es allerdings wenig Forschung. Es fehlen gute Studien, in denen Menschen unter vergleichbaren Bedingungen einmal nackt und einmal im Pyjama schlafen. Schlafforscher konnten bislang keine eindeutigen Vorteile für Schlaf oder Gesundheit nachweisen.

Gut belegt ist etwas anderes: Ist es im Bett zu warm, kann das den Schlaf und die Schlafqualität stören. Man kann schlechter einschlafen, wacht häufiger auf und Tief- sowie REM-Schlaf können darunter leiden. Entscheidend ist dabei aber nicht nur der Pyjama, das Nachthemd oder das Schlafshirt. Die Temperatur im Schlafzimmer, Bettdecke, Bettwäsche und Matratze bestimmen gemeinsam, wie angenehm temperiert das Bett ist. Das gilt übrigens nicht nur in warmen Sommernächten, sondern das ganze Jahr über.

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Nackt schlafen: Warum man trotzdem schwitzt

Kleider beim Schlafen aus und nie wieder schwitzen? Schön wär’s! Matratze, Auflage, Spannbettlaken, Bettdecke und Bettbezug bleiben schließlich dieselben. Wenn sich in der Schlafumgebung die Hitze staut, kann man so nackt schlafen, wie man will: Angenehmer wird das Bett dadurch noch nicht.

Damit das eintritt, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Erstens sollte Luft zwischen den einzelnen Schichten und Lagen des Betts zirkulieren können.
  • Zweitens sollten die Materialien Feuchtigkeit aufnehmen und später wieder an die Umgebungsluft abgeben können.

Bleibt beides aus, sammelt sich die Wärme dort, wo man sie am wenigsten gebrauchen kann: direkt am Körper. Man schwitzt.

Hier kommen Naturmaterialien ins Spiel. Welche Vorteile haben sie gegen Schwitzen?

Naturmaterialien sorgen im gesamten Bett für ein angenehmes Klima. Welche Materialien besonders interessant sind, hängt davon ab, ob es um Bettwäsche, Matratze, Bettdecke oder Kissen geht.

Direkt auf der Haut: Bettwäsche und Spannbettlaken

Bei Bettwäsche, Kissenbezug und Spannbettlaken sind Materialien gefragt, die Feuchtigkeit speichern und abtransportieren können. Bio-Baumwolle ist weich, atmungsaktiv und saugfähig. Hanf kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich dabei klamm anzufühlen. Auch Bambus-Bettwäsche kommt infrage, weil sie auf der Haut schön kühl wirkt. 

Über dem Körper: Bettdecke und Füllung

Bei der Bettdecke kommt es auf den Bezug und die Füllung an. Hanf und TENCEL™ eignen sich super, weil sie Feuchtigkeit von der Haut wegleiten. Merino-Lammwolle kann ebenfalls viel Feuchtigkeit in der Faser halten und verhindert so ein klammes Gefühl. Kamel-Flaumhaar gleicht unterschiedliche Temperaturen aus und passt besonders gut zu Menschen, denen im Laufe der Nacht mal zu warm und mal zu kühl wird.

Unter dem Kopf: Kissen und Kissenbezug

Wer nachts schwitzt, kennt diesen Handgriff: Kissen umdrehen. Kurz aufatmen. Zehn Minuten später wieder von vorn. Um das zu vermeiden, sollten beim Kissen Füllung und Bezug zusammenspielen. Ein Kern oder eine Füllung aus Naturlatex lässt durch die offene Struktur Luft zirkulieren. Bezüge aus Hanf, Bio-Baumwolle oder Bambus binden Feuchtigkeit und lassen sie anschließend wieder entweichen.

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Unter dem Körper: die Matratze

Über die Bettdecke und Schlafbekleidung wird viel gesprochen. Über die Matratze hingegen selten, obwohl wir die ganze Nacht darauf liegen. Bei der Matratze ist Naturlatex besonders interessant. Das Material ist sehr luftdurchlässig, weil es von kleinen Poren durchzogen ist. Das ist der Grund dafür, dass Wärme und Feuchtigkeit leichter entweichen können und sich nicht stauen. Auch der Matratzenbezug und eine mögliche Auflage sind wichtig. Materialien wie Bio-Baumwolle, Hanf, Schurwolle oder TENCEL™ sammeln Feuchtigkeit und trocknen anschließend wieder. Sie sind luftdurchlässig, statt die Matratze rundherum abzudichten.

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Ist es hygienisch, nackt zu schlafen?

Viele Menschen finden die Vorstellung angenehm, ohne Schlafanzug ins Bett zu gehen. Sie fragen sich allerdings, ob das hygienisch ist. Die kurze Antwort: Ja. Nackt zu schlafen ist nicht automatisch unhygienischer als Schlafen in Nightwear.

Bei dem Aspekt der Hygiene geht es vor allem darum, Laken und Bezüge regelmäßig zu waschen und ihnen zwischen den Nächten Zeit zum Auslüften und Trocknen zu geben. Der Körper gibt im Schlaf immer Feuchtigkeit ab, unabhängig davon, ob ein Schlafanzug getragen wird oder nicht. Das ist ein ganz natürlicher Prozess. Mit einem Pyjama wird ein Teil dieser Feuchtigkeit zunächst von der Schlafkleidung aufgenommen. Beim Nacktschlafen übernehmen diesen Job das Laken und die Bettwäsche. Deshalb dürfen die Bezüge bei Nacktschläfern ruhig etwas früher in die Waschmaschine. Ein Risiko für die Hygiene ist das jedoch nicht. Und: Ein wochenlang getragener Pyjama gewinnt den Frischepreis schließlich auch nicht.

Nackt schlafen: Wie oft sollte man die Bettwäsche wechseln?

➡️ Eine spezielle Formel nach dem Motto „Nacktschläfer müssen doppelt so oft waschen“ gibt es nicht. Als allgemeine Orientierung werden für Laken und Bezüge häufig ein bis zwei Wochen genannt.

➡️ Wer nackt schläft, kann sich eher am kürzeren Ende orientieren und die Bettwäsche ungefähr wöchentlich wechseln. Das gilt besonders im Sommer oder bei starkem Schwitzen.

➡️ Matratzenauflagen, Kissen und Bettdecken haben andere Pflegeintervalle. Tipps für die richtige Reinigung finden Sie in den jeweiligen Pflegehinweisen.

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Nacktschlaf oder doch lieber mit Nightwear wie T-Shirt oder Nachthemd?

Es spricht nichts dagegen, das Nackt-Schlafen auszuprobieren. Wer im Schlaf nackt ist, lässt immerhin eine zusätzliche Stoffschicht weg und für manche steigert dies das Wohlbefinden. Das Geheimnis angenehmer Nächte liegt nicht allein darin, ohne Schlafanzug zu schlummern. Wer also lieber Kleidung wie Nachthemd, Schlafshirt oder Schlafanzug trägt, muss auf diese Vorliebe natürlich nicht verzichten. Für Paare gilt dabei dasselbe wie für Alleinschläfer: Wer nachts häufig schwitzt, sollte nicht nur die Schlafbekleidung überdenken, sondern vor allem auch Bettwäsche, Bettdecke, Matratze und Auflage genauer anschauen.

Was ist eigentlich mit Ventilator und Klimaanlage im Schlafzimmer? Gute Idee oder nicht? Dieses Thema schauen wir uns in unserem anderen Artikel genauer an.

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